EnRo Griffins vs EVOPLAY in der Katharinenkirche – Veranstalter Tagebuch Teil 2

account_circle Author Jodder schedule Veröffentlicht 06.09.2017, 12:58 Uhr

Katharinenkirche zu Lübeck - Samstag der 26.08.2017.

16:00 Uhr - Zehn Spieler und ihr Teamchef sind eingetroffen. Die letzten Vorbereitungen laufen.
19:00 Uhr - Andy Strauß trifft ein, die Kirche füllt sich.
20:00 Uhr - Mit einem League of Legends Trailer wird die Veranstaltung eingeläutet, und los gehen vier Stunden Gaming in der Katharinenkirche.

Ein etwas holprigen Start hatten wir am Samstag. Die Spieler stellten fest, dass sie drei USB Ports am Laptop benötigen, die Laptops hatten drei, aber einer im USB-C Format. Schnell mussten noch USB Hubs besorgt werden, die Bernie’s PC Shop zum Glück rasant schnell zur Verfügung stellte, so dass das Problem zum Glück in-time behoben war. Zwar stellten die Spieler schnell fest, dass die Akustik einer Kirche die Benutzung von Kommunikationstools wie Teamspeak sehr schwer gestaltete (insbesondere mit normalen Gaming Headsets) aber sie arrangierten sich in den Stunden vor dem Spiel so, dass sie auch mit minimaler Kommunikation das 5on5 bestreiten konnten. Auch das macht gute Spieler aus, mit unvorhergesehenen Situationen klarkommen und sich nicht beeinträchtigen lassen.



Andy Strauß traf zum Glück ebenfalls rechtzeitig ein und stellte sein Konzept für den Abend vor: Er als Jesus, die Spieler als seine Jünger, Glaubenskrieg EnRo Griffins vs EVOPLAY. Verrückt. Etwas beunruhigt ob dieses Konzept in einer ehemaligen Kirche nicht doch das Dach einstürzen lässt ging es dann Pünktlich um 20:00 in die Veranstaltung. Gewohnt extrovertiert ging die Moderation los, ein Video gab dem Publikum noch einmal den Überblick, wie das Spiel funktioniert, und los ging die erste Runde.

Nachdem das erste Match einige Minuten gelaufen war stieg BCHLs Jodder in die Moderation der Spiele mit ein um Andy, der keine sehr große Erfahrung mit League of Legends hatte, ein bisschen zu unterstützen.

Die EnRo Griffins und EVOPLAY duellierten sich von der ersten Minute an gnadenlos. Im ersten Spiel konnte sich EnRo eine frühe Führung sichern, aber den Vorteil nicht ausnutzen und nach über 25 Minuten Spiel lag EVOPLAY zum ersten Mal vorne. Am Ende konnte EnRo aber mit einem brillanten Comeback das erste Spiel für sich entscheiden.

Das zweite Spiel war von Anfang bis Ende dominiert durch die EnRo Griffins, welche sich geschickter positionierten und scheinbar mit der technisch doch sehr anderen Situation (Kirche, Laptops, kein Teamspeak) besser klarkamen. Imposant war es jedoch allemal, wie EVOPLAY sich bis zur letzten Sekunde im Spiel halten konnte und so mancher Moment doch danach aussah, dass sie es vielleicht doch wieder ins Spiel zurückschaffen könnten.

Ein Best-of-Three wäre im Normalfall jetzt vorbei gewesen. Aber die dritte Runde wurde trotzdem ausgespielt. Die Spieler tauschten ihre Rollen, und da das Spiel im Kern bereits entschieden war, spielten sie deutlich aggressiver und verbuchten bereits in den ersten 10 Minuten eine Menge Kills, in denen es sonst oft zu garkeinen Tötungen kommt. EVOPLAY zeigte, dass sie, wenn auch nicht das stärkere Team, scheinbar die besseren Allrounder waren und Gewann zumindest dieses Match und beendete damit den Abend 2:1. 

Jodders Kommentar:

So manche denkwürdige Situation entstand an diesem Abend. Von einem älteren Herren, der bereits kurz nach Beginn des ersten Spieles auf die Bühne kam und sich beklagte, warum man in einer Kirche Krieg spiele, hin zu vielen Leuten die im Vorbeigehen an der Katharinenkirche nur die Stirn runzelten und kein Verständnis für dieses neue Kulturgut hatten.

In diesem Punkt war die Veranstaltung auf jeden Fall ein großer Erfolg: Einen Dialog zwischen zwei gesellschaftlichen Fronten starten. Den Herrn, der sich über die „Kriegsspiel“ Veranstaltung beschwert hatte, erblickten wir nach der ersten Runde in der hintersten Reihe und ich unterhielt mich noch einmal einige Minuten mit ihm, warum solche Veranstaltungen eben nicht einfach nur Geballer und fürchterliches Kriegsspiel sind, und dass hinter Computerspielen von Musik über Video bis hin zur Community eine gigantisches kulturelles Potenzial steckt. Er wird niemals ein Fan von Team Liquid werden denke ich, aber er kann jetzt sagen, dass er zumindest schonmal gesehen hat was über 200 Millionen Menschen Weltweit verfolgen. Und ich glaube fest daran, dass er nicht die einzige Person ist, die sich an diesem Abend nicht mit Kopfschütteln sondern interessiert dem Thema Esport zum ersten Mal gewidmet hat.

Zuletzt bleibt uns nur noch danke zu sagen.

Danke an Heide Klingelhöfer und ihr Team von der Museumsnacht, die dieses Projekt ins Leben gerufen und uns an Bord geholt hat.
Danke an die EnRo Griffins und EVOPLAY, die die Challenge Esport in eine Kirche zu bringen angenommen und gemeistert haben.
Danke an Nexus Veranstaltungstechnik für eine hervorragende Ausleuchtung, für Strom, für Beamer und für die PA. Sowie Support beim Aufbau. „Habt ihr nochmal ein paar Steckdosen?“
Danke an Bernie’s PC Shop für die Laptops und USB-Hubs.
Danke an Nexus Veranstaltungstechnik für eine hervorragende Ausleuchtung, für Strom, für Beamer und für die PA. Sowie Support beim Aufbau. „Habt ihr nochmal ein paar Steckdosen?“
Danke an Andy Strauß für die Moderation.

Danke an unsere fleißigen Helfer die bei Aufbau, Abbau und Durchführung der Veranstaltung massiv geholfen haben. Sönke und Lumpi vorne Weg, ihr seid großartig. (Shana du gehörst jetzt zum Team du kriegst kein extra Danke! :P).